Alte Maltechniken neu entdeckt!

Heute zeige ich euch etwas von den Anfängen der Malerei. Bevor die Ölmalerei, wie sie heutzutage zum Einsatz kommt, ihren Ursprung fand, wurde mit Eitempra gemalt. Die einzelnen Farbpigmente wurden mit Ölen, Wasser, Gummiarabikum und Ei gemischt. Diese Farbe wurde von Malern für ihre Gemälde genutzt. Der Einsatz ist sehr vielseitig, wie ich an ein paar Beispielen zeigen möchte.

Die einzelnen Eitemprafarben habe ich, wie meine Ölfarbe, aus Pigmenten selbst hergestellt und in kleine Näpfe gefüllt. Untergründe für die Bemalung mit Eitempra müssen vorbereitet werden und dafür gibt es die verschiedensten Methoden.

Diese werde ich euch kurz vorstellen!

Ich hoffe, ihr könnt an diesen Beispielen erkennen, dass die Ölmalerei ein sehr anspruchsvolles Handwerk ist, welches bereits viele hundert Jahre ausgeübt wird.

Hier könnt ihr die fertig hergestellte Eitemprafarbe sehen, mit der die Gesichter der kleinen Schneemänner gemalt werden.

Eitempra ist mit Wasser vermischbar.

Und ihr könnt das Endergebnis sehen. Die Weihnachtsbäume sind wie Gemälde mit Ölfarbe entstanden. (Siehe! Vom Weinachtsbild zum Weihnachtsbaum!)

Wohnen wie früher

Eine weitere Möglichkeit, ist das bemalen von Möbelstücken. Aus einem alten Bett entstehen zwei Sitzbänke. Dafür muss die alte Farbe der Betten aufgespalten werden, wenn man eine neue Farbschicht auftragen möchte. Das haben wir mit Hasenleim gemacht, welcher extra gekocht wurde. So erhalten die alten, bereits gestrichenen, und die neuen Holzelemente einen Untergrund, auf welchen selbst hergestelltes Kasein aufgetragen wurde. Das ist eine Quarkfarbe, die wir mit Pigmenten, dunklem Braun, vermischt haben. So benötigen sie nur einen Anstrich für den Untergrund mit Kasein und egal ob bereits gestrichen oder helles Holz, alles nimmt die Farbe gleich deckend an.

Diese Holzbänke haben eine Bemalung aus alten Vorlagen, sogenannten Hochzeitsbänken, erhalten. Nach dem Trocknen wurden sie mit Schellack, welchen wir ebenfalls selbst hergestellt haben, lackiert und poliert.  Noch ein paar Sitzkissen und Willkommen im 18. Jahrhundert.

Kinder, Kinder

Wie die Möbel, kann man auch Puppenmöbel herstellen. Hier wurde mit farbigen Kreidegrund auf dem Holz begonnen, mit Eitempra bemalt und mit Bienenwachs versiegelt.

Reisen wir noch weiter zurück in der Zeit der Malerei und begeben wir uns in das 16. Jahrhundert.

Hier wurden Kästchen bemalt, deren Malgrund aus Wismut bestand. Das Holz muss hierfür mehrmals mit Kreidegrund (diesen könnt ihr, wenn selbst hergestellt, auch für eure Leinwände verwenden) gestrichen. Dann wird mit einem Bindemittel das Wismut in Pulverform aufgetragen. Der anstrengendste Teil ist das Polieren der Metalllegierung mit Edelsteinen, sogenannten Achatsteinen. Dadurch erhält das Wismut einen Glanz und kann nun eine Lackschicht erhalten, auf welcher die Motive für das Bemalen aufgetragen werden.

Leider kann man Metallglanz 
durch ein Foto kaum erkennen.
Natürlich waren die früheren
Kästchen aufwändiger in ihrer
Form und Handhabung.
Das kommt zu einem
späteren Zeitpunkt.
Das ist nur ein Probe- und Musterstück.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer Ideen!