FRANZ XAVER WINTERHALTER

Duke and Duchess of Cambridge

Maler im Auftrag Ihrer Majestät

Franz Xaver Winterhalter ist ein vergessener deutscher Maler, jedenfalls in Deutschland. Wie sein drei Jahre jüngerer Bruder Hermann Fidel Winterhalter (ebenfalls Maler), wurde er in Menzenschwand im Schwarzwald als armer Bauernjunge am 20. April 1805 geboren. Als Hofmaler an den Kaiser- Königs und Fürstenhäusern in ganz Europa geschätzt und geehrt, starb er am 08. Juli 1873 in Frankreich als mehrfacher Millionär. Er wird in ganz Europa, heute noch, als vollendeter Hofmaler und Ausnahmetalent gefeiert. Die Mehrzahl seiner Gemälde befindet sich noch immer in Privatbesitz der Königs- und Fürstenhäuser Europas und der ganzen Welt.

Doch wie kam es dazu, dass ein armer Bauernjunge zu einem begehrten Portraitmaler werden konnte. Der Pfarrer und Lehrer, Berthold Liber, war Kunstliebhaber und entdeckte früh das zeichnerische Talent von Franz Xaver Winterhalter und wurde so zu seinem Förderer. Mit 13 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach Freiburg. Dort wurde er als graphischer Zeichner und Kupferstecher in einem Verlag ausgebildet. Sein Bruder Hermann folgte ihm nach. Franz Xaver bewarb sich an der Akademie in München und wurde angenommen. Nun fand er seine Berufung in der Ölmalerei. Mit kleinen Zeichnungen verdiente er sich sein Studium und so wurde der Großherzog von Baden auf ihn aufmerksam und unterstützte das Talent des jungen Malers großzügig. Anfangs zog es Franz Xaver Winterhalter nicht in die weite Welt. Nach ein paar Jahren finanzierte der Großherzog eine Studienreise über mehrere Jahre nach Italien. Seine Reisen führten ihn nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Neapel, Padua und Rom. Er studierte und kopierte die Meister der Renaissance.

Seine Portraits und Genreszenen sind einzigartig und er liebte es Frauen zu porträtieren. Während der Sitzungen erzählte er von der Heimat und den einfachen Leben im Schwarzwald. Das war für die Adligen eine willkommene Abwechslung. Trotz seines Erfolges blieb er sparsam, bescheiden und war mit seiner Malerei verheiratet, wie sein Bruder Hermann.

Ich würde euch, an dieser Stelle, gerne ein paar Gemälde von den Winterhalters zeigen, aber aus Urheberrechtlichen Gründen ist das nicht möglich. Wer Interesse hat, findet Beispiele im Internet und Literatur dazu. Ihr werdet euch wundern, welche Gemälde von Franz Xaver Winterhalter stammen.

Fangen wir mit einem sehr berühmten Gemälde an, das von der Kaiserin „SISI“ Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn. Von ihr fertigte er gleich mehrere Gemälde an, genau wie von ihrem Gatten, sowie Napoleon III. und Kaiserin Eugénie. In Frankreich verbrachte der Hofmaler viele seiner Lebensjahre. Im Zarenhaus war er ein ebenso beliebter Gast, wie in Belgien oder England. Er porträtierte die Kronprinzessin Victoria und später die Königin Victoria mit Prinzgemahl und Kindern. Diese Bilder befinden heute im Privatbesitz der Königin Elisabeth II. von England.  Franz Xaver Winterhalter war der Lieblingsmaler ihrer Majestät Königin Victoria und wurde von ihr liebevoll „Winterchen“ genannt. Und so schrieb sie bei seinem Tod; es sei nicht wiedergutzumachen. Seine Arbeiten aber werden in späterer Zeit mit denen von Van Dyck konkurrieren.
Seine großen Vorbilder waren Rubens und van Dyck. So hinterließ er bei seinem Tode ein Bild von Rubens, ein Werk von Van Dyck und ein riesiges Vermögen von mehr als 2,3 Millionen Gulden angelegt in amerikanischen, deutschen, französischen, italienischen, österreichischen und russischen Aktien, Obligationen und Pfandbriefen. Seinen Dorf Menzenschwand im Hochschwarzwald hinterließ Franz Xaver Winterhalter eine beträchtliche Summe, um die Kunst zu fördern.

Warum geriet FRANZ XAVER WINTERHALTER in Vergessenheit? Es wird geschrieben, dass man ihn nie als deutschen Maler gesehen hat, weil er in ganz Europa unterwegs war. Er hat keine Schule gegründet und namhafte Schüler ausgebildet. Aber ist das ein Grund, einen solchen Maler in Deutschland ins Abseits zu drängen und ihm nicht zu gedenken? In den anderen Ländern Europas wird er gefeiert und seine Bilder ausgestellt. Dort ist er nicht vergessen und wird heute noch als Malerfürst bezeichnet und verehrt!!!

Die Gemälde von Franz Xaver Winterhalter haben mich begeistert, obwohl ich bis jetzt nur eines im Original bewundern durfte. Was war sein Geheimnis in der Portraitmalerei? Wie war seine Herangehensweise und wie brachte er jede Person so detailgetreu auf die Leinwand?

Was nützen all die Fragen, wenn man es nicht ausprobiert! Den Versuch eine 1:1 Kopie anzufertigen wollte ich nicht. So habe ich mich für „die jungen Königskinder“ entschieden, the Duke and Duchess of Cambridge.
Franz Xaver Winterhalte fertigte viele Gemälde für die königliche Familie des Vereinigten Königreiches von Großbritannien. Ich habe mich für zwei Dreiviertel-Portraits der Königin Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha entschieden. Thüringen bleibt eben Thüringen, die Nähe zu Gotha und weil ich Schloss Friedenstein liebe, da fiel diese Entscheidung nicht schwer. Schwerer war es, geeignete Motive, also Aufnahmen von Catherine und William zu finden, die sich an die Vorgaben von Franz Xaver Winterhalter halten.

Was ist zu beachten im Bildaufbau?
1.            Position der Personen
2.            das Umfeld/der Raum, in dem sich die Personen befinden
3.            Welche Gegenstände, wie drücke ich den Stand aus

Mir ist aufgefallen, dass die Kaiser, Könige, Herzoge, Fürsten immer den Betrachter ansehen und die Gemahlin oder der Gemahl diese Person anschaut. Meistens säumt eine Säule für die Standfestigkeit und ein Vorhang die Personen im Bild ein. Dazu werden Unformen, Orden und Kronen für den Stand der porträtierten Personen mit in das Bild genommen und die Landschaften dürfen ebenso wenig fehlen.

2 Gemälde; auf dem linken Gemälde zu sehen ist Prinz Albert, der seinen Blick seiner Königin und Gemahlin zuwendet. Auf dem rechten Gemälde Queen Victoria, die den Betrachter direkt anschaut.
Das gilt es umzusetzen. Das Gemälde „Die königliche Familie“ von 1846 befindet sich im Buckingham Palace und zeigt ebenfalls wie die Königin den Betrachter anschaut und Prinz Albert sie anblickt.

Die Umsetzung:

2 Portraitkeilrahmen F25, Größe 65 x 81, aus Reinleinen
Pigmente aus Italien und den Niederlanden, sowie verschiedene Öle
Kreidegrund zum Grundieren
Motive zeichnen und auf die Leinwand übertragen

Hier ein paar Details von meinem ersten Versuch nach Winterhalter zu malen. Bildet euch selbst ein Urteil. Die Bilder sind noch nicht getrocknet, deshalb ist das Abfotografieren nicht leicht.

Linkes Bild: Herzogin Kate blickt ihren Mann an. Sie trägt eine Abendrobe mit Collier und Tiara. Im Hintergrund der Vorhang, ein leichtes Tuch über den Armen und die Landschaft, welche in das Bild des Herzogs von Cambridge übergeht. In dem Orden, den die Herzogin trägt, habe ich das Motiv von Franz Xaver Winterhalter, welches als Vorlage diente, gemalt, um den Bezug herzustellen.

Rechtes Bild: Der Herzog von Cambridge in Uniform. Er blickt den Betrachter an. Auf der rechten Seite des Gemäldes eine Säule für die Sandfestigkeit und Entschlossenheit. Hier habe ich nicht das Wappen der Familie Cambridge gemalt, sondern mich für das der königlichen Familienwappen entschieden und wieder das weite Land.

Mehr dazu in der Galerie!

Viel Spaß und Erfolg beim Malen wünsche ich euch!