Leonardo da Vinci & Rembrandt van Rijn

In Gedenken an zwei große Meister,
Leonardo und Rembrandt

In diesem Jahr haben gleich zwei Jahrhundertmaler ihren Todestag.

Leonardo da Vinci (Maler, Forscher und Universalgenie),
1452 – 1519 hat seinen 500. Todestag und
der 350. Todestag ist es von Rembrandt Harmenszoon van Rijn
( Jahrhundertmaler ), 1606 – 1669 in diesem Jahr.
Jeder dieser zwei herausragenden Männer war seiner Zeit weit voraus und ein Genie seiner Kunst.

Leonardo hatte vielschichtige Interessen, die er konsequent verfolgte. Der große Meister wird auch als „Wanderer zwischen den Welten“ bezeichnet. Nicht alleine die Malerei beherrschte er, sondern er widmete sich dem Studium der Anatomie, Pflanzenkunde, Mathematik, Geologie und Hydraulik.
Seine Fantasie war grenzenlos und seine Pläne überragend.

Rembrandt machte seine Leinwände zur Bühne. Er malte wie kein anderer Portraits – ausdruckstark und realistisch. Von sich fertigte er circa 80 Selbstbildnisse an. Das Erste entstand wohl 1628 mit Anfang 20 und das letzte kurz vor seinem Tode. Er beherrschte sein Handwerk, die Malerei, wie keiner seiner Zeitgenossen.

Jedes Mal, wenn ich auf Reisen in Museen die Werke der beiden Künstler im Original betrachten darf, bin ich fasziniert. Welch eine fantastische Pinselführung und Farbgebung. Wenn ich nur einen Bruchteil davon könnte um es auf die Leinwand zu bringen! Aber nicht nur ich bin fasziniert von den Gemälden, alle anderen Besucher auch. Mit Ehrfurcht werden sie betrachtet, wie diese Männer malen konnten.

Als ich begonnen habe, meine Farben selbst herzustellen, habe ich mich an diesen Künstlern und ihrer Farbpalette orientiert. Die Zeit ist nicht stehen geblieben und die Malerei hat sich bis heute weiterentwickelt. Manchmal bin ich erschrocken über neuzeitliche Gemälde und über das, was heute als Kunst bezeichnet wird. Aber ein jeder hat einen anderen Blickwinkel auf die Kunst und was er schön findet und was nicht.

In Gedenken an zwei großartige Maler, richte ich meinen Blick in der Malerei zurück auf die großen Meister der Malerei ; ihr Wissen und Können. Gleichzeitig richte ich meinen Blick nach vorne, dass diese „realistische Form der Malerei“ nicht vergessen wird.

Eure Elfi

Das letzte Abendmahl

Das letzte Abendmahl / Ölgemälde

Wenn man mit dem Gedanken spielt ein solches Gemälde selbst zu malen, benötigt man genügend Vorbereitungszeit.

Wie groß soll mein Bild werden?
Welche Maltechnik wende ich an?
Möchte ich eine Kopie anfertigen, oder meine eigene Note mit einbringen?
Welche Materialien benötige ich?
Sind die Voraussetzungen gegeben?

Das Wichtigste ist Zeit, bei einem solchen Projekt.

Lassen sie die einzelnen Malschichten richtig trocknen, reinigen sie das Bild von Verschmutzungen(Staub) bevor sie mit der nächsten Malschicht beginnen.

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Es vergingen ungefähr zwei Jahre bis die vorskizzierte Leinwand auf der Staffelei stand. Zuerst habe ich mich mit dem Gemälde und der Geschichte beschäftigt. Dann mit der Herstellung der Farben, den richtigen Untergrund und der Größe meines Bildes.

Eine große Staffelei musste her auf welcher man die große Leinwand ohne Probleme einspannen und hoch und runter fahren kann.
Bei den Farben habe ich mich für Pigmente von Kremer und Sennelier entschieden und die eigene Herstellung der Ölfarbe nach der Malpalette von Rubens und Rembrandt.
Für den Keilrahmen habe ich die fertigen Leisten bestellt und das Maltuch.
Alleine das faltenfreie Bespannen ist eine Kunst für sich.
Nun geht es an das Richtige mehrmalige grundieren mit Kreidegrund.
Danach legt man den Fluchtpunkt auf dem Malträger fest und beginnt die Hilfslinien einzuziehen, welche man nach dem Skizzieren wieder entfernt.
Unzählige Fotos habe ich ausgedruckt, um die Farben, Falten der Gewänder, die Gesichtsausdrücke, die Gestik und Mimik der einzelnen Personen genau zu erfassen. Es war nötig, viel Fachliteratur für diese Vorbereitung zu studieren.
Leider habe ich nur ein kleines Malstübchen (Atelier) und so kann ich nicht auf Technik wie einen Projektor zurückgreifen, mit dem man das Bild einfach auf dem Malträger projiziert, wie es heute üblich ist.

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

 

 

 

 

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

    Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Ich habe die Gewänder in schwarz/weiß vorgemalt und die Gesichter in einen Ockerton, die Sitzbänke, Wände, Decke und den Fußboden habe ich in Brauntönen vorgemalt. Zwischendurch wurde eine Trocknungszeit von mehreren Wochen immer wieder eingehalten.

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Dann habe ich mich dafür entschieden jeden Wandteppich eine andere Gestaltung zu geben und Holzteller gemalt.

Nachdem die Farben gesetzt waren und die Farbschichten des Gemäldes gut durchgetrocknet, wurden die Lichter und die Schatten gesetzt.

Nach drei Jahren fertig!
Ich hoffe, das Ergebnis gefällt.

Das letzte Abendmahl nach Leonardo da Vinci

Größe 210 x 100 cm

 

Ich wünsche viel Spaß beim Malen!

 

Salvator Mundi

Eigentlich ist dieses Gemälde aus einer Laune heraus entstanden, weil die Kaufsumme von 382 Millionen Euro für das angebliche Original doch ein ansehnliches Sümmchen ist.
Wo ist der Wert? Was rechtfertigt eine solch hohe Summe?
Zuerst wurde das Gemälde , welches angeblich von Leonardo da Vinci ist, als Fälschung enttarnt und für 45 Pfund verkauft und nun …. wieder echt!!!???
Das Gemälde, welches die ganzen Jahre zuvor als ECHT galt, ist nun plötzlich wieder eine Fälschung!!!???

Also, warum nicht selbst ein solches Kunstwerk schaffen?!
Mir persönlich gefällt die „jetzige Fälschung“ besser!
Deshalb habe ich mich dafür entschieden, dieses Bild zu malen.

Nehmen sie eine Portrait – Leinwand, grundieren sie diese mehrmals und übertragen ihr Motiv.

Salvator Mundi
Vorzeichnung auf eine Portraitleinwand

Beginnen sie mit der Untermalung des Gesichtes und der Hände in Ocker und Brauntönen.

Salvator Mundi
Untermalung des Gesichtes und der Hände

Das Gewand malen sie in schwarz/weiß so können sie den Faltenwurf festlegen.

Dem Hintergrund widmen sie Aufmerksamkeit und Zeit. Setzen sie das Licht in den dunklen Hintergrund. Achten sie darauf, den Pinsel immer wieder in einem Lappen zu reinigen um neue helle Farbe aufzunehmen. Diesen Vorgang wiederholen sie solange, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Salvator Mundi
Untermalung des Gewandes und Hintergrund

Malen sie zuerst das Gesicht und die Hände in einer selbst hergestellten Hautfarbe und hellen sie diese mit Mischweiß auf, oder dunkeln sie mit verschiedenen Brauntönen ab.

Nun liegt es an ihnen, dass Gewand zu lasieren, oder einen richtigen Farbauftrag zu machen.
Die Haare werden einzeln gemalt und zwischendurch mit einen weichen Pinsel verblendet. Dann setzen sie Lichter und Schatten in die Haare.

Die transparente Kugel in der Hand können sie erst malen, wenn alles erneut gut getrocknet ist. Dann setzen sie mit Titanweiß Lichter und mit Transparentschwarz Schatten. Das ergibt einen guten Kontrast.

Salvator Mundi
Fertigstellung der Übermalung

Den Heiligenschein, sowie die Applikationen im Gewand habe ich mit Gold- und Silberstaub gemalt.

Salvator Mundi nach
Leonardo da Vinci

Größe 46 x 55 cm

Nun mindestens ein Jahr gut durchtrocknen lassen, bevor ein Firnis aufgetragen wird.

Ich wünsche viel Spaß beim Malen!

Grundlagen der Grundierung

 

Eine Malfreundin beklagt sich immer wieder über das lästige zeitaufwändige Grundieren, aber eine richtige Grundierung von Malträgern ist sehr wichtig, um ein Bild dauerhaft zu erhalten.

Oft entstehen durch falsches Grundieren der Leinwände Risse, sogenannte Schwundrisse oder Altersrisse auf ihren Gemälden.

 

Hätten die alten Meister nicht so großen Wert auf ihr handwerkliches und malerische Wissen gelegt, wären ihre Bilder heute nicht mehr so gut erhalten. Das können wir bei Werken von Rubens, Rembrandt, Vermeer, van Dyck, Dürer, Caravaggio, Tizian, Raffael und vielen anderen bewundern, weil ihre Bilder bei richtiger Malweise und der richtigen Verwendung von guten Material uns nach Jahrhunderten durch ihre Frische und die Leuchtkraft der Farben, sowie den guten Erhaltungszustand in Erstaunen versetzen.

 

Das die Leinwand gleichmäßig gewebt und bespannt sein sollte, habe ich bereits in vorherigen Artikeln erwähnt.
Eine Grundierung sollte immer in 2-7 Schichten aufgetragen werden und zwischendurch mit Schleifpapier angeschliffen werden. Ist die Leinwand getrocknet in kreisenden Bewegungen schleifen, im nassen Zustand grob hin und her.

Sie können zum Grundieren einen breiten Grundierpinsel benutzen, welcher aus Schweineborsten besteht.
Bei großen / sehr großen Leinwänden benutze ich gerne eine kleine Malerrolle aus Schaumstoff. Das ermöglicht ein zügiges Arbeiten, da die Grundierung schnell antrocknet. Wickeln sie die Rolle in Klarsichtfolie ein, so können sie die mit Grundierung vollgesaugte Rolle für das mehrmalige Grundieren verwenden und diese trocknet nicht aus. Wenn man die Rolle danach gründlich ausspült, kann man sie viele Male verwenden. Bitte nur mit klarem Wasser ausspülen, ein Spülmittel ist nicht notwendig.

Schauen sie ihre bemalten Bilder einmal von hinten an. Sehen sie an manchen Stellen wie ihre Ölfarbe durchgenässt ist, dann haben sie ihre Grundierung nicht richtig oder in zu wenigen Schichten aufgetragen. Halten sie die grundierte Leinwand gegen das Licht, darf nur eine ebenmäßige grundierte Fläche zu erkennen sein.
Außerdem verbrauchen sie zu viel Ölfarbe, wenn die Leinwand oder ihr Malträger nicht richtig grundiert wurde und das beeinträchtigt die Haltbarkeit ihres Gemäldes.
Die Grundierung muss sehr dünn aufgetragen werden, zu dick aufgetragen kann es beim Trocknen der Farben ebenfalls zu Rissbildungen kommen.
Beachten sie bitte, was auf den Beipackzettel ihres Malträgers steht. Die meisten Keilrahmen sind 2x vorgrundiert, aber es gibt bereits günstige Basic Keilrahmen (Baumwolle) auf denen eine Universalgrundierung schwach saugend aufgetragen ist. Das ist besser, oder anders ausgedrückt, sie benötigen hier nur zwei bis drei Schichten ihrer Grundierung.
Ich persönlich versuche mit Leinen bespannte Keilrahmen zu verwenden und grundiere gleich mehrere dieser Rahmen.

 

Am Einfachsten ist es, eine fertige Grundierung (sogenanntes GESSO), zu verwenden. Halten sie sich hier aber unbedingt an die Hersteller- Informationen, wie die Grundierung anzuwenden ist. Jeder Hersteller hat andere Rezepturen.
Man kann Kreidegrund, Halbkreidegrund oder Ölgründe selbst herstellen. Es gibt hunderte von Rezepten zur Herstellung und ebenso so viele Zusätze. Kreidegrund wird seit über 1000 Jahren benutzt. Bei Halbkreidegrund wird Leinölfirnis zugemischt und Ölgründe benötigen eine sehr lange Trocknungszeit.

Im Durchschnitt sollte man die einzelnen Schichten der Grundierungen 2 – 3 Stunden trocknen lassen, bevor man die nächste Schicht aufträgt. Bis zum Bemalen ist eine Mindesttrockenzeit von 24 Stunden empfohlen, besser sind 14 Tage. Bitte nicht in der Sonne oder am Ofen/der Heizung trocknen.

Ich weiß aus Erfahrung, dass es in Malkursen nicht möglich ist mehrmals zu grundieren oder die Trocknungszeit einzuhalten. Sprechen sie daher mit ihrem Lehrer/in oder Kursleiter/in, ob diese/r die Leinwände nicht vorher spannen und richtig vorgrundieren kann. Das hat den Vorteil, dass sie gleich mit dem Malunterricht beginnen können. Eine andere Variante ist, sie bringen ihren fertig vorgrundierten Malträger in der Größe des zu malenden Bildes mit.
An den unzähligen Malkursen, an denen ich teilgenommen habe, wurden die Leinwände zuerst gespannt und grundiert. Dann wartet man eine viel zu kurze Trocknungszeit ab und beginnt mit dem Malen des Bildes. Nun ist es meistens mittags oder später. Hat man einen Tageskurs gebucht, bleibt nicht viel Zeit zum Malen und Lernen. Bei Mehrtages- oder Wochenkursen kann man die Zeit einigermaßen ausgleichen.

Unter der Zugabe von Pigmenten oder Farbstoffen können sie die Schichten ihres Malträgers farbig grundieren (tönen). Das hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Charakter des Bildes.

  • Weiß
  • Grau
  • Schwarz
  • Grünlich
  • Rötlich

Rubens verwendete zermahlene Zeichenkohle, welche er zügig auf die nasse Leinwand auftrug Das ergab einen streifigen silbergrauen Hintergrund. Seine Bilder haben heute noch nicht an Leuchtkraft verloren. Von den meisten Malern und Künstlern wird heute ebenfalls Graugrund empfohlen.

Da Vinci hingegen experimentierte gerne und viel. Das hatte den Nachteil, dass bereits zu seinen Leibzeiten einige seiner Bilder enorme Schäden aufwiesen. Das berühmteste ist „Das letzte Abendmahl“.

Manche verwenden bei Portraits gerne eine rötliche Ockergrundierung. Aber, das muss jeder für sich individuell herausfinden, mit welcher Farbgrundierung seine Ölfarben bei der eigenen Malmethode die Gemälde abstumpfen oder leuchten lassen.

In Folge von Feuchtigkeit, welche eine Leinwand aufnimmt und abgibt, dehnt oder strafft sie sich und ist somit in ständiger Bewegung und nimmt mit der Zeit Schaden am Gewebe und der Bemalung.
Vermeiden sie bitte unbedingt, die Leinwand ebenfalls auf der Rückseite zu grundieren oder zu ölen. Eventuell können sie Papier oder eine sehr dünne Sperrholzplatte aufnageln, das schützt vor Anstoßungen und Schmutz.

 

Persönlicher Tipp:

Wenn sie ihren Malträger grundiert haben und es erforderlich ist ihr Motiv auf der Leinwand vorzuzeichnen, sollten sie dies präzise tun. Danach verdünnen sie ihre Grundierung / Gesso und tragen diese wässrige Grundierung auf ihre Vorzeichnung auf. Zum Verdünnen nehmen sie bitte destilliertes Wasser, das verhindert eine Schimmelbildung.

Der Vorteil ist, wenn sie Farbe von der Leinwand entfernen müssen, wischen sie ihre Vorzeichnung nicht mit ab.

 

Viel Spaß beim Malen!

Leinwände / Keilrahmen / Malträger

Was ist zu beachten?

Leinwände gibt es in verschiedenen Größen, Stärken (von 1,8 cm bis 7,5 cm), Formen und Formaten. Sie können billige Leinwände im Discounter erwerben, qualitativ hochwertige Leinwände oder einfach selbst bespannen.
Die Leinwände unterscheiden sich nicht nur im Geruch, wenn man sie fertig kauft und auspackt, sondern auch im Gewebe, welches auf den Keilrahmen aufgezogen wurde. Es gibt Jute, Rohleinen, eventuell gemischt mit Baumwolle (Mischgewebe), nur Baumwolle, vorgrundierte und nicht grundierte Leinwände.

Sie können die Keilrahmen, also Leisten kaufen und diese mit einem Maltuch ihrer Wahl selbst bespannen. So ist es möglich, grobe oder feine Strukturen des Maltuches zu verwenden, je nach Malstil und Bedarf. Das Tuch wird mit einer Spannzange auf den Rahmen gespannt und befestigt. Es ist zu beachten, dass die Leinwand nur auf den Außenkanten des Holzrahmens aufliegt. Das Maltuch sollte eine große Festigkeit besitzen und gleichmäßig dicht gewebt sein. Nur so kann die Leinwand Wasser gleichmäßig an allen Stellen aufnehmen und der Malgrund kann gut haften.

Gehen wir von einer fertig bespannten Leinwand aus;
Drehen wir diese um und schauen auf den Holzrahmen, den sogenannten Keilrahmen. In den Ecken der Leisten befinden sich eingefräste Aussparungen in denen die Keile zum Spannen der Leinwand, bzw. Keilrahmens eingebracht werden müssen. Beachten sie, dass die Keile immer in die gegenüberliegenden Seiten einklopft werden (also die gegenüberliegende Ecke) und einen nach dem anderen. Später kann die Leinwand jeder Zeit immer wieder fest aufgespannt werden.
Möchten sie im Großformat malen, hat der Keilrahmen Zwischenstege, welche ebenfalls mit Keilen zum Spannen dienen und zur Stabilität einer großen Leinwand. Je größer die Leinwand, umso stärker oder dicker müssen die Leisten sein.

Ist die Leinwand richtig bespannt, erklingt ein Trommelgeräusch, wenn man mit den Fingern darauf klopft.

Leider kommt es nicht nur bei billigen Leinwänden aus dem Discounter vor, dass diese sich beim Spannen oder Grundieren verziehen. Das ist ärgerlich und kann meistens nur durch das Einrahmen des Bildes beseitigt werden.

Welche Formate gibt es?

  • Rechteckige
  • Quadratische
  • Ovale
  • Runde
  • Gewölbte
  • Maritime französische Formate, meistens 6M-120M = Marineformate
  • Portrait französische Formate, meistens 6F-120F = Porträtformate bezeichnet
  • Landschaft französische Formate, meistens 6P-120P = Landschaftsformate

Je mehr Gewicht ein Maltuch pro m² hat, umso mehr Fäden, umso dichter ist es gewebt.

Erfahrungen:

Wenn sie ein Bild malen, um eine bestimmte Maltechnik oder Malmethode auszuprobieren, dann genügen einfache sehr preisgünstige Leinwände.
Anfangs ist man nie zufrieden mit dem was man malt, jedenfalls geht es mir so. Also schmerzt es nicht allzu sehr, wenn man eventuell das Bild, die Leinwand vernichtet.

Widmen sie sich z.B. einem Portrait, empfehle ich ihnen eine Portraitleinwand, welche eine sehr feine Struktur besitzt und der Arbeit und dem Zeitaufwand des Bildes gerecht wird, zu nehmen.

Bei der Größe des Bildes „Das letzte Abendmahl“ nach Leonardo da Vinci, war es schwierig einen so großen Malträger zu bekommen.

Das Original ist 904 x 422 cm groß und direkt auf dem Putz gemalt,
meines ist viel kleiner mit einer Größe von 210 x 100 cm.
Ich habe mich dafür entschieden Leisten für den Keilrahmen in diesem Format zu bestellen und das Leinenmaltuch selbst aufzunageln. Es erfordert einiges Geschick eine solche Größe faltenfrei zu bespannen und ohne Hilfe ist dies nicht machbar. Da die Leisten des Keilrahmens 7,5 cm stark sind, brauche ich ihnen nicht zu sagen, wie schwer diese Leinwand ist. Von großen Vorteil ist es, wenn man eine Staffelei besitzt die stabil und groß genug ist, um eine große Leinwand zu tragen. Noch besser ist es, wenn die Staffelei einen Motor hat, alleine mit Muskelkraft können sie die Höhen zum Malen des Bildes nicht verstellen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Grundlagen der Ölmalerei

Beim Malen spricht man immer von Kunst. Kunst kommt von KÖNNEN. Früher war die Malerei ein Handwerk, welches Kunstfertigkeit erfordert.
Eine Ausbildung dauerte meistens 6 Jahre und länger, um die Grundlagen der Malerei zu erlernen.

Es kam vor, dass einige Schüler besser wurden als ihre Meister. Diese Meisterwerke können wir heute in Museen bewundern. Manche großen Meister wurden zu Meistern der Malerei im Selbststudium – durch Fleiß und die Liebe zur Malerei. Dennoch haben alle eines gemeinsam:

Die Malschüler mussten sich zuerst intensiv mit Materialkunde beschäftigen.

Dazu gehörten:

  • Das Herstellen von Pigmenten zur Herstellung der Farben
  • Das richtige Holz oder Leintuch für Leinwände (Malgrundlage) aussuchen
  • Die richtige Grundierung herstellen und auftragen
  • Welche Öle eignen sich für welche Pigmente und wie lange ist die Trocknungsdauer
  • Die Herstellung der Farben
  • Die Herstellung der Pinsel oder Malmesser
  • Das Zeichnen, Skizzieren und die richtigen Perspektiven lernen
  • Das Übertragen von Skizzen auf den Malträger
  • Die richtige Pinselführung
  • Dazu kommen:

GEDULD

AUFMERKSAMKEIT

WISSBEGIERIGKEIT

VORSTELLUNGSKRAFT

  • Merke!

Jedes Bild besteht aus

LICHT und SCHATTEN

egal in welcher Farbe man es malt.

Heute kann man alles kaufen, jeder Hersteller hat andere Materialgrundlagen und Bezeichnungen für seine Produkte. Es ist schwierig, sich durch den Dschungel von Angeboten zu kämpfen, um das Richtige für seine Malerei zu finden.

Dennoch ist es wichtig, sich mit den Farben und ihrer Trocknungszeit, den richten Malgrund für welches Gemälde, den zugefügten Trocknungsbeschleunigern und der Haltbarkeit und Deckkraft  der Farben zu beschäftigen.

Das ist mühselig und erfordert viel Zeit und Geduld, auch wenn die heutigen Hilfsmittel und die fertige Farbe in den Tuben einen das Malen erleichtern.

Wir machen heute unzählige Fotos, welche wir als Vorlagen für unsere Gemälde verwenden. Ebenso kann man mit technischen Hilfsmitteln, wie einem Projektor, seine Vorlage auf jede beliebige Größe der Leinwand projizieren oder einfach das Dürer-Raster verwenden.

Heute muss alles schnell und billig sein.
Die billigsten Leinwände, die billigsten Farben und die billigsten Pinsel, dazu ein – zwei Mal in Windeseile über die Leinwand und fertig ist das Kunstwerk.
Und genau nach den Vorstellungen des Malers gelungen.
HURRA!!!!!!!

Die Realität sieht anders aus!

Da muss sich jeder selbst die Frage stellen:

Was weiß ich eigentlich über die Grundlagen der Ölmalerei?