Ölgemäldeskulpturen

Ölgemäldeskulpturen

Die Anfänge der Ölmalerei sind im 21. Jahrhundert angekommen!

Ganz am Anfang der Ölmalerei diente Holz als Malträger und nicht wie heutzutage eine Leinwand. Warum nicht wieder zu den Anfängen zurückkehren und ein Ölgemälde auf heimisches Holz bringen, mit selbst hergestellten Ölfarben aus reinen Naturpigmenten und Ölen.

Das neue Projekt steht unter dem Motto:
VOM BAUM ZUM BAUM – Der Wald ein Ölgemälde.
Ich habe euch ein paar Beispiele in meine Galerie gestellt. Jede Skulptur ist anders und jedes Ölgemälde ebenfalls. Einige Skulpturen sind mit Beleuchtung, andere mit Kugeln oder Glöckchen und einige sind klein und andere groß, stehen in Baumgruppen oder allein. So unterschiedlich wie die Bäume im Wald sind, so unterschiedlich jede Ölgemäldeskulptur und ein Ölgemälde bekommt einen anderen Blickwickel und wird zum Hingucker.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer Ideen

Eure Elfi

FRANZ XAVER WINTERHALTER

Duke and Duchess of Cambridge

Maler im Auftrag Ihrer Majestät

Franz Xaver Winterhalter ist ein vergessener deutscher Maler, jedenfalls in Deutschland. Wie sein drei Jahre jüngerer Bruder Hermann Fidel Winterhalter (ebenfalls Maler), wurde er in Menzenschwand im Schwarzwald als armer Bauernjunge am 20. April 1805 geboren. Als Hofmaler an den Kaiser- Königs und Fürstenhäusern in ganz Europa geschätzt und geehrt, starb er am 08. Juli 1873 in Frankreich als mehrfacher Millionär. Er wird in ganz Europa, heute noch, als vollendeter Hofmaler und Ausnahmetalent gefeiert. Die Mehrzahl seiner Gemälde befindet sich noch immer in Privatbesitz der Königs- und Fürstenhäuser Europas und der ganzen Welt.

Doch wie kam es dazu, dass ein armer Bauernjunge zu einem begehrten Portraitmaler werden konnte. Der Pfarrer und Lehrer, Berthold Liber, war Kunstliebhaber und entdeckte früh das zeichnerische Talent von Franz Xaver Winterhalter und wurde so zu seinem Förderer. Mit 13 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach Freiburg. Dort wurde er als graphischer Zeichner und Kupferstecher in einem Verlag ausgebildet. Sein Bruder Hermann folgte ihm nach. Franz Xaver bewarb sich an der Akademie in München und wurde angenommen. Nun fand er seine Berufung in der Ölmalerei. Mit kleinen Zeichnungen verdiente er sich sein Studium und so wurde der Großherzog von Baden auf ihn aufmerksam und unterstützte das Talent des jungen Malers großzügig. Anfangs zog es Franz Xaver Winterhalter nicht in die weite Welt. Nach ein paar Jahren finanzierte der Großherzog eine Studienreise über mehrere Jahre nach Italien. Seine Reisen führten ihn nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Neapel, Padua und Rom. Er studierte und kopierte die Meister der Renaissance.

Seine Portraits und Genreszenen sind einzigartig und er liebte es Frauen zu porträtieren. Während der Sitzungen erzählte er von der Heimat und den einfachen Leben im Schwarzwald. Das war für die Adligen eine willkommene Abwechslung. Trotz seines Erfolges blieb er sparsam, bescheiden und war mit seiner Malerei verheiratet, wie sein Bruder Hermann.

Ich würde euch, an dieser Stelle, gerne ein paar Gemälde von den Winterhalters zeigen, aber aus Urheberrechtlichen Gründen ist das nicht möglich. Wer Interesse hat, findet Beispiele im Internet und Literatur dazu. Ihr werdet euch wundern, welche Gemälde von Franz Xaver Winterhalter stammen.

Fangen wir mit einem sehr berühmten Gemälde an, das von der Kaiserin „SISI“ Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn. Von ihr fertigte er gleich mehrere Gemälde an, genau wie von ihrem Gatten, sowie Napoleon III. und Kaiserin Eugénie. In Frankreich verbrachte der Hofmaler viele seiner Lebensjahre. Im Zarenhaus war er ein ebenso beliebter Gast, wie in Belgien oder England. Er porträtierte die Kronprinzessin Victoria und später die Königin Victoria mit Prinzgemahl und Kindern. Diese Bilder befinden heute im Privatbesitz der Königin Elisabeth II. von England.  Franz Xaver Winterhalter war der Lieblingsmaler ihrer Majestät Königin Victoria und wurde von ihr liebevoll „Winterchen“ genannt. Und so schrieb sie bei seinem Tod; es sei nicht wiedergutzumachen. Seine Arbeiten aber werden in späterer Zeit mit denen von Van Dyck konkurrieren.
Seine großen Vorbilder waren Rubens und van Dyck. So hinterließ er bei seinem Tode ein Bild von Rubens, ein Werk von Van Dyck und ein riesiges Vermögen von mehr als 2,3 Millionen Gulden angelegt in amerikanischen, deutschen, französischen, italienischen, österreichischen und russischen Aktien, Obligationen und Pfandbriefen. Seinen Dorf Menzenschwand im Hochschwarzwald hinterließ Franz Xaver Winterhalter eine beträchtliche Summe, um die Kunst zu fördern.

Warum geriet FRANZ XAVER WINTERHALTER in Vergessenheit? Es wird geschrieben, dass man ihn nie als deutschen Maler gesehen hat, weil er in ganz Europa unterwegs war. Er hat keine Schule gegründet und namhafte Schüler ausgebildet. Aber ist das ein Grund, einen solchen Maler in Deutschland ins Abseits zu drängen und ihm nicht zu gedenken? In den anderen Ländern Europas wird er gefeiert und seine Bilder ausgestellt. Dort ist er nicht vergessen und wird heute noch als Malerfürst bezeichnet und verehrt!!!

Die Gemälde von Franz Xaver Winterhalter haben mich begeistert, obwohl ich bis jetzt nur eines im Original bewundern durfte. Was war sein Geheimnis in der Portraitmalerei? Wie war seine Herangehensweise und wie brachte er jede Person so detailgetreu auf die Leinwand?

Was nützen all die Fragen, wenn man es nicht ausprobiert! Den Versuch eine 1:1 Kopie anzufertigen wollte ich nicht. So habe ich mich für „die jungen Königskinder“ entschieden, the Duke and Duchess of Cambridge.
Franz Xaver Winterhalte fertigte viele Gemälde für die königliche Familie des Vereinigten Königreiches von Großbritannien. Ich habe mich für zwei Dreiviertel-Portraits der Königin Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha entschieden. Thüringen bleibt eben Thüringen, die Nähe zu Gotha und weil ich Schloss Friedenstein liebe, da fiel diese Entscheidung nicht schwer. Schwerer war es, geeignete Motive, also Aufnahmen von Catherine und William zu finden, die sich an die Vorgaben von Franz Xaver Winterhalter halten.

Was ist zu beachten im Bildaufbau?
1.            Position der Personen
2.            das Umfeld/der Raum, in dem sich die Personen befinden
3.            Welche Gegenstände, wie drücke ich den Stand aus

Mir ist aufgefallen, dass die Kaiser, Könige, Herzoge, Fürsten immer den Betrachter ansehen und die Gemahlin oder der Gemahl diese Person anschaut. Meistens säumt eine Säule für die Standfestigkeit und ein Vorhang die Personen im Bild ein. Dazu werden Unformen, Orden und Kronen für den Stand der porträtierten Personen mit in das Bild genommen und die Landschaften dürfen ebenso wenig fehlen.

2 Gemälde; auf dem linken Gemälde zu sehen ist Prinz Albert, der seinen Blick seiner Königin und Gemahlin zuwendet. Auf dem rechten Gemälde Queen Victoria, die den Betrachter direkt anschaut.
Das gilt es umzusetzen. Das Gemälde „Die königliche Familie“ von 1846 befindet sich im Buckingham Palace und zeigt ebenfalls wie die Königin den Betrachter anschaut und Prinz Albert sie anblickt.

Die Umsetzung:

2 Portraitkeilrahmen F25, Größe 65 x 81, aus Reinleinen
Pigmente aus Italien und den Niederlanden, sowie verschiedene Öle
Kreidegrund zum Grundieren
Motive zeichnen und auf die Leinwand übertragen

Hier ein paar Details von meinem ersten Versuch nach Winterhalter zu malen. Bildet euch selbst ein Urteil. Die Bilder sind noch nicht getrocknet, deshalb ist das Abfotografieren nicht leicht.

Linkes Bild: Herzogin Kate blickt ihren Mann an. Sie trägt eine Abendrobe mit Collier und Tiara. Im Hintergrund der Vorhang, ein leichtes Tuch über den Armen und die Landschaft, welche in das Bild des Herzogs von Cambridge übergeht. In dem Orden, den die Herzogin trägt, habe ich das Motiv von Franz Xaver Winterhalter, welches als Vorlage diente, gemalt, um den Bezug herzustellen.

Rechtes Bild: Der Herzog von Cambridge in Uniform. Er blickt den Betrachter an. Auf der rechten Seite des Gemäldes eine Säule für die Sandfestigkeit und Entschlossenheit. Hier habe ich nicht das Wappen der Familie Cambridge gemalt, sondern mich für das der königlichen Familienwappen entschieden und wieder das weite Land.

Mehr dazu in der Galerie!

Viel Spaß und Erfolg beim Malen wünsche ich euch!

Alte Maltechniken neu entdeckt!

Heute zeige ich euch etwas von den Anfängen der Malerei. Bevor die Ölmalerei, wie sie heutzutage zum Einsatz kommt, ihren Ursprung fand, wurde mit Eitempra gemalt. Die einzelnen Farbpigmente wurden mit Ölen, Wasser, Gummiarabikum und Ei gemischt. Diese Farbe wurde von Malern für ihre Gemälde genutzt. Der Einsatz ist sehr vielseitig, wie ich an ein paar Beispielen zeigen möchte.

Die einzelnen Eitemprafarben habe ich, wie meine Ölfarbe, aus Pigmenten selbst hergestellt und in kleine Näpfe gefüllt. Untergründe für die Bemalung mit Eitempra müssen vorbereitet werden und dafür gibt es die verschiedensten Methoden.

Diese werde ich euch kurz vorstellen!

Ich hoffe, ihr könnt an diesen Beispielen erkennen, dass die Ölmalerei ein sehr anspruchsvolles Handwerk ist, welches bereits viele hundert Jahre ausgeübt wird.

Hier könnt ihr die fertig hergestellte Eitemprafarbe sehen, mit der die Gesichter der kleinen Schneemänner gemalt werden.

Eitempra ist mit Wasser vermischbar.

Und ihr könnt das Endergebnis sehen. Die Weihnachtsbäume sind wie Gemälde mit Ölfarbe entstanden. (Siehe! Vom Weinachtsbild zum Weihnachtsbaum!)

Wohnen wie früher

Eine weitere Möglichkeit, ist das bemalen von Möbelstücken. Aus einem alten Bett entstehen zwei Sitzbänke. Dafür muss die alte Farbe der Betten aufgespalten werden, wenn man eine neue Farbschicht auftragen möchte. Das haben wir mit Hasenleim gemacht, welcher extra gekocht wurde. So erhalten die alten, bereits gestrichenen, und die neuen Holzelemente einen Untergrund, auf welchen selbst hergestelltes Kasein aufgetragen wurde. Das ist eine Quarkfarbe, die wir mit Pigmenten, dunklem Braun, vermischt haben. So benötigen sie nur einen Anstrich für den Untergrund mit Kasein und egal ob bereits gestrichen oder helles Holz, alles nimmt die Farbe gleich deckend an.

Diese Holzbänke haben eine Bemalung aus alten Vorlagen, sogenannten Hochzeitsbänken, erhalten. Nach dem Trocknen wurden sie mit Schellack, welchen wir ebenfalls selbst hergestellt haben, lackiert und poliert.  Noch ein paar Sitzkissen und Willkommen im 18. Jahrhundert.

Kinder, Kinder

Wie die Möbel, kann man auch Puppenmöbel herstellen. Hier wurde mit farbigen Kreidegrund auf dem Holz begonnen, mit Eitempra bemalt und mit Bienenwachs versiegelt.

Reisen wir noch weiter zurück in der Zeit der Malerei und begeben wir uns in das 16. Jahrhundert.

Hier wurden Kästchen bemalt, deren Malgrund aus Wismut bestand. Das Holz muss hierfür mehrmals mit Kreidegrund (diesen könnt ihr, wenn selbst hergestellt, auch für eure Leinwände verwenden) gestrichen. Dann wird mit einem Bindemittel das Wismut in Pulverform aufgetragen. Der anstrengendste Teil ist das Polieren der Metalllegierung mit Edelsteinen, sogenannten Achatsteinen. Dadurch erhält das Wismut einen Glanz und kann nun eine Lackschicht erhalten, auf welcher die Motive für das Bemalen aufgetragen werden.

Leider kann man Metallglanz 
durch ein Foto kaum erkennen.
Natürlich waren die früheren
Kästchen aufwändiger in ihrer
Form und Handhabung.
Das kommt zu einem
späteren Zeitpunkt.
Das ist nur ein Probe- und Musterstück.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer Ideen!

Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal

Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal

Belegarbeit über Ölmalerei 2019, Lilly S.

Das Wichtigste ist das Erlernen der Grundlagen der Ölmalerei.

Aufmerksamkeit, Geduld und Ausdauer sind genau so wichtig, wie die richtige Pinselführung, das Setzen der Farben, der Lichter und der Schatten.

Belegarbeit Lilly S., für Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal

Das Gemälde der Kirschen veranschaulicht die einzelnen Schritte, welche notwendig sind, um ein Bild zu gestalten.

für Belegarbeit der Lilly S.
Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal
Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal

Dieses Gemälde, welches die Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal darstellt, dient als Abschlussarbeit.


Grundlagen zur Herstellung von Ölfarben

Anreiben der Ölfarbe

Früher wurden die Farben selbst angerieben/hergestellt. Die Pigmente wurden mit Ölen, Harzen, Wachs und anderen Bindemitteln versetzt, um sie vermalbar zu machen.

Heute gibt es viele Hersteller von Ölfarben bei denen es große Qualitätsunterschiede gibt.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, meine Farben, auf alt herkömmliche Weise, selbst herzustellen. Die Ergebnisse sind einzigartig, weil die Farben eine hohe Qualität und Farbbrillanz ergeben.
Durch das Reiben in der Maschine besteht eine höhere Gefahr des späteren Durchwachsens und Reißens der Farbschichten im Bild. Das Selbstanreiben der Farben bietet die Möglichkeit, seiner Farbe die gewünschte Zusammensetzung zu geben und somit schädliche Beimengungen fern zu halten. Natürlich ist mit der Handreibung und allem, was dazu gehört, viel Mühe und Zeit verbunden. Weshalb es heute kaum noch vorgenommen wird.

Pigmente

Nicht alle Pigmente sind mit Öl vermischbar. Darauf sollte man achten.

Pigmente

Um Wunschfarben zu erhalten, können sie die verschiedenen Pigmente miteinander vermischen.

Pigmente vermischen
Zubehör zum Herstellen der Farben

Das können sie direkt auf der Reibepalette tun. Es kommt auf die Menge an, welche sie benötigen.

Anreiben von Farben
Anreiben von Farben
Pigmente
Farben herstellen

Vermischen sie das Farbpulver und das Öl zuerst mit einer Spachtel.

Nachdem die Farbe angeteigt ist, wird eine geringe Menge in kreisenden Bewegungen mit dem Glasläufer unter leichtem Druck verrieben. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Farbe genügend fein gerieben ist. Sie darf unter dem Läufer nicht mehr knirschen. Man gibt nach und nach nur so viel Öl hinzu, dass man eine gleichmäßige Paste erhält.

Tube für selbst hergestellte Farben

Die fertige Farbe kann man in Tuben füllen.

Fertige Farben nach Herstellung

Ich reibe meist nur kleine Mengen an, die ich gleich auf die Malpalette bringe und verwende.

Fangen sie immer mit der hellsten Farbe an, dann brauchen sie die Reibeplatten und Läufer nicht ständig zu reinigen. Sondern erst, wenn sie alle Farben hergestellt haben, die sie benötigen.
Verwenden sie kein altes und zähflüssiges Öl. Nur dünnflüssiges kaltgeschlagenes Öl kann viel Farbstoff aufnehmen. Durch die Wahl der Bindemittel, kann das verschieden schnelle Trocknen der Farbstoffe ausgeglichen werden. Meistens wird Leinöl verwendet. Mohnöl trocknet etwas schneller und gilbt nicht. Mit etwas Übung bekommt man die Mischungsverhältnisse heraus.

Bleihaltige Pigmente gibt es heute nicht mehr, nur Restauratoren von alten Gemälden dürfen sie verwenden. Aber dennoch kann der feine Staub von Pigmenten gesundheitsschädlich sein. Deshalb ist es ratsam einen Mundschutz und eine Schutzbrille zu tragen, wenn sie ihre Farben herstellen.

Nach der Herstellung der Farben, säubern sie ihr Zubehör sehr gründlich.

Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg

wünscht euch Elfi

Grundlagen der Grundierung

 

Eine Malfreundin beklagt sich immer wieder über das lästige zeitaufwändige Grundieren, aber eine richtige Grundierung von Malträgern ist sehr wichtig, um ein Bild dauerhaft zu erhalten.

Oft entstehen durch falsches Grundieren der Leinwände Risse, sogenannte Schwundrisse oder Altersrisse auf ihren Gemälden.

 

Hätten die alten Meister nicht so großen Wert auf ihr handwerkliches und malerische Wissen gelegt, wären ihre Bilder heute nicht mehr so gut erhalten. Das können wir bei Werken von Rubens, Rembrandt, Vermeer, van Dyck, Dürer, Caravaggio, Tizian, Raffael und vielen anderen bewundern, weil ihre Bilder bei richtiger Malweise und der richtigen Verwendung von guten Material uns nach Jahrhunderten durch ihre Frische und die Leuchtkraft der Farben, sowie den guten Erhaltungszustand in Erstaunen versetzen.

 

Das die Leinwand gleichmäßig gewebt und bespannt sein sollte, habe ich bereits in vorherigen Artikeln erwähnt.
Eine Grundierung sollte immer in 2-7 Schichten aufgetragen werden und zwischendurch mit Schleifpapier angeschliffen werden. Ist die Leinwand getrocknet in kreisenden Bewegungen schleifen, im nassen Zustand grob hin und her.

Sie können zum Grundieren einen breiten Grundierpinsel benutzen, welcher aus Schweineborsten besteht.
Bei großen / sehr großen Leinwänden benutze ich gerne eine kleine Malerrolle aus Schaumstoff. Das ermöglicht ein zügiges Arbeiten, da die Grundierung schnell antrocknet. Wickeln sie die Rolle in Klarsichtfolie ein, so können sie die mit Grundierung vollgesaugte Rolle für das mehrmalige Grundieren verwenden und diese trocknet nicht aus. Wenn man die Rolle danach gründlich ausspült, kann man sie viele Male verwenden. Bitte nur mit klarem Wasser ausspülen, ein Spülmittel ist nicht notwendig.

Schauen sie ihre bemalten Bilder einmal von hinten an. Sehen sie an manchen Stellen wie ihre Ölfarbe durchgenässt ist, dann haben sie ihre Grundierung nicht richtig oder in zu wenigen Schichten aufgetragen. Halten sie die grundierte Leinwand gegen das Licht, darf nur eine ebenmäßige grundierte Fläche zu erkennen sein.
Außerdem verbrauchen sie zu viel Ölfarbe, wenn die Leinwand oder ihr Malträger nicht richtig grundiert wurde und das beeinträchtigt die Haltbarkeit ihres Gemäldes.
Die Grundierung muss sehr dünn aufgetragen werden, zu dick aufgetragen kann es beim Trocknen der Farben ebenfalls zu Rissbildungen kommen.
Beachten sie bitte, was auf den Beipackzettel ihres Malträgers steht. Die meisten Keilrahmen sind 2x vorgrundiert, aber es gibt bereits günstige Basic Keilrahmen (Baumwolle) auf denen eine Universalgrundierung schwach saugend aufgetragen ist. Das ist besser, oder anders ausgedrückt, sie benötigen hier nur zwei bis drei Schichten ihrer Grundierung.
Ich persönlich versuche mit Leinen bespannte Keilrahmen zu verwenden und grundiere gleich mehrere dieser Rahmen.

 

Am Einfachsten ist es, eine fertige Grundierung (sogenanntes GESSO), zu verwenden. Halten sie sich hier aber unbedingt an die Hersteller- Informationen, wie die Grundierung anzuwenden ist. Jeder Hersteller hat andere Rezepturen.
Man kann Kreidegrund, Halbkreidegrund oder Ölgründe selbst herstellen. Es gibt hunderte von Rezepten zur Herstellung und ebenso so viele Zusätze. Kreidegrund wird seit über 1000 Jahren benutzt. Bei Halbkreidegrund wird Leinölfirnis zugemischt und Ölgründe benötigen eine sehr lange Trocknungszeit.

Im Durchschnitt sollte man die einzelnen Schichten der Grundierungen 2 – 3 Stunden trocknen lassen, bevor man die nächste Schicht aufträgt. Bis zum Bemalen ist eine Mindesttrockenzeit von 24 Stunden empfohlen, besser sind 14 Tage. Bitte nicht in der Sonne oder am Ofen/der Heizung trocknen.

Ich weiß aus Erfahrung, dass es in Malkursen nicht möglich ist mehrmals zu grundieren oder die Trocknungszeit einzuhalten. Sprechen sie daher mit ihrem Lehrer/in oder Kursleiter/in, ob diese/r die Leinwände nicht vorher spannen und richtig vorgrundieren kann. Das hat den Vorteil, dass sie gleich mit dem Malunterricht beginnen können. Eine andere Variante ist, sie bringen ihren fertig vorgrundierten Malträger in der Größe des zu malenden Bildes mit.
An den unzähligen Malkursen, an denen ich teilgenommen habe, wurden die Leinwände zuerst gespannt und grundiert. Dann wartet man eine viel zu kurze Trocknungszeit ab und beginnt mit dem Malen des Bildes. Nun ist es meistens mittags oder später. Hat man einen Tageskurs gebucht, bleibt nicht viel Zeit zum Malen und Lernen. Bei Mehrtages- oder Wochenkursen kann man die Zeit einigermaßen ausgleichen.

Unter der Zugabe von Pigmenten oder Farbstoffen können sie die Schichten ihres Malträgers farbig grundieren (tönen). Das hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Charakter des Bildes.

  • Weiß
  • Grau
  • Schwarz
  • Grünlich
  • Rötlich

Rubens verwendete zermahlene Zeichenkohle, welche er zügig auf die nasse Leinwand auftrug Das ergab einen streifigen silbergrauen Hintergrund. Seine Bilder haben heute noch nicht an Leuchtkraft verloren. Von den meisten Malern und Künstlern wird heute ebenfalls Graugrund empfohlen.

Da Vinci hingegen experimentierte gerne und viel. Das hatte den Nachteil, dass bereits zu seinen Leibzeiten einige seiner Bilder enorme Schäden aufwiesen. Das berühmteste ist „Das letzte Abendmahl“.

Manche verwenden bei Portraits gerne eine rötliche Ockergrundierung. Aber, das muss jeder für sich individuell herausfinden, mit welcher Farbgrundierung seine Ölfarben bei der eigenen Malmethode die Gemälde abstumpfen oder leuchten lassen.

In Folge von Feuchtigkeit, welche eine Leinwand aufnimmt und abgibt, dehnt oder strafft sie sich und ist somit in ständiger Bewegung und nimmt mit der Zeit Schaden am Gewebe und der Bemalung.
Vermeiden sie bitte unbedingt, die Leinwand ebenfalls auf der Rückseite zu grundieren oder zu ölen. Eventuell können sie Papier oder eine sehr dünne Sperrholzplatte aufnageln, das schützt vor Anstoßungen und Schmutz.

 

Persönlicher Tipp:

Wenn sie ihren Malträger grundiert haben und es erforderlich ist ihr Motiv auf der Leinwand vorzuzeichnen, sollten sie dies präzise tun. Danach verdünnen sie ihre Grundierung / Gesso und tragen diese wässrige Grundierung auf ihre Vorzeichnung auf. Zum Verdünnen nehmen sie bitte destilliertes Wasser, das verhindert eine Schimmelbildung.

Der Vorteil ist, wenn sie Farbe von der Leinwand entfernen müssen, wischen sie ihre Vorzeichnung nicht mit ab.

 

Viel Spaß beim Malen!

Leinwände / Keilrahmen / Malträger

Was ist zu beachten?

Leinwände gibt es in verschiedenen Größen, Stärken (von 1,8 cm bis 7,5 cm), Formen und Formaten. Sie können billige Leinwände im Discounter erwerben, qualitativ hochwertige Leinwände oder einfach selbst bespannen.
Die Leinwände unterscheiden sich nicht nur im Geruch, wenn man sie fertig kauft und auspackt, sondern auch im Gewebe, welches auf den Keilrahmen aufgezogen wurde. Es gibt Jute, Rohleinen, eventuell gemischt mit Baumwolle (Mischgewebe), nur Baumwolle, vorgrundierte und nicht grundierte Leinwände.

Sie können die Keilrahmen, also Leisten kaufen und diese mit einem Maltuch ihrer Wahl selbst bespannen. So ist es möglich, grobe oder feine Strukturen des Maltuches zu verwenden, je nach Malstil und Bedarf. Das Tuch wird mit einer Spannzange auf den Rahmen gespannt und befestigt. Es ist zu beachten, dass die Leinwand nur auf den Außenkanten des Holzrahmens aufliegt. Das Maltuch sollte eine große Festigkeit besitzen und gleichmäßig dicht gewebt sein. Nur so kann die Leinwand Wasser gleichmäßig an allen Stellen aufnehmen und der Malgrund kann gut haften.

Gehen wir von einer fertig bespannten Leinwand aus;
Drehen wir diese um und schauen auf den Holzrahmen, den sogenannten Keilrahmen. In den Ecken der Leisten befinden sich eingefräste Aussparungen in denen die Keile zum Spannen der Leinwand, bzw. Keilrahmens eingebracht werden müssen. Beachten sie, dass die Keile immer in die gegenüberliegenden Seiten einklopft werden (also die gegenüberliegende Ecke) und einen nach dem anderen. Später kann die Leinwand jeder Zeit immer wieder fest aufgespannt werden.
Möchten sie im Großformat malen, hat der Keilrahmen Zwischenstege, welche ebenfalls mit Keilen zum Spannen dienen und zur Stabilität einer großen Leinwand. Je größer die Leinwand, umso stärker oder dicker müssen die Leisten sein.

Ist die Leinwand richtig bespannt, erklingt ein Trommelgeräusch, wenn man mit den Fingern darauf klopft.

Leider kommt es nicht nur bei billigen Leinwänden aus dem Discounter vor, dass diese sich beim Spannen oder Grundieren verziehen. Das ist ärgerlich und kann meistens nur durch das Einrahmen des Bildes beseitigt werden.

Welche Formate gibt es?

  • Rechteckige
  • Quadratische
  • Ovale
  • Runde
  • Gewölbte
  • Maritime französische Formate, meistens 6M-120M = Marineformate
  • Portrait französische Formate, meistens 6F-120F = Porträtformate bezeichnet
  • Landschaft französische Formate, meistens 6P-120P = Landschaftsformate

Je mehr Gewicht ein Maltuch pro m² hat, umso mehr Fäden, umso dichter ist es gewebt.

Erfahrungen:

Wenn sie ein Bild malen, um eine bestimmte Maltechnik oder Malmethode auszuprobieren, dann genügen einfache sehr preisgünstige Leinwände.
Anfangs ist man nie zufrieden mit dem was man malt, jedenfalls geht es mir so. Also schmerzt es nicht allzu sehr, wenn man eventuell das Bild, die Leinwand vernichtet.

Widmen sie sich z.B. einem Portrait, empfehle ich ihnen eine Portraitleinwand, welche eine sehr feine Struktur besitzt und der Arbeit und dem Zeitaufwand des Bildes gerecht wird, zu nehmen.

Bei der Größe des Bildes „Das letzte Abendmahl“ nach Leonardo da Vinci, war es schwierig einen so großen Malträger zu bekommen.

Das Original ist 904 x 422 cm groß und direkt auf dem Putz gemalt,
meines ist viel kleiner mit einer Größe von 210 x 100 cm.
Ich habe mich dafür entschieden Leisten für den Keilrahmen in diesem Format zu bestellen und das Leinenmaltuch selbst aufzunageln. Es erfordert einiges Geschick eine solche Größe faltenfrei zu bespannen und ohne Hilfe ist dies nicht machbar. Da die Leisten des Keilrahmens 7,5 cm stark sind, brauche ich ihnen nicht zu sagen, wie schwer diese Leinwand ist. Von großen Vorteil ist es, wenn man eine Staffelei besitzt die stabil und groß genug ist, um eine große Leinwand zu tragen. Noch besser ist es, wenn die Staffelei einen Motor hat, alleine mit Muskelkraft können sie die Höhen zum Malen des Bildes nicht verstellen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Grundlagen der Ölmalerei

Beim Malen spricht man immer von Kunst. Kunst kommt von KÖNNEN. Früher war die Malerei ein Handwerk, welches Kunstfertigkeit erfordert.
Eine Ausbildung dauerte meistens 6 Jahre und länger, um die Grundlagen der Malerei zu erlernen.

Es kam vor, dass einige Schüler besser wurden als ihre Meister. Diese Meisterwerke können wir heute in Museen bewundern. Manche großen Meister wurden zu Meistern der Malerei im Selbststudium – durch Fleiß und die Liebe zur Malerei. Dennoch haben alle eines gemeinsam:

Die Malschüler mussten sich zuerst intensiv mit Materialkunde beschäftigen.

Dazu gehörten:

  • Das Herstellen von Pigmenten zur Herstellung der Farben
  • Das richtige Holz oder Leintuch für Leinwände (Malgrundlage) aussuchen
  • Die richtige Grundierung herstellen und auftragen
  • Welche Öle eignen sich für welche Pigmente und wie lange ist die Trocknungsdauer
  • Die Herstellung der Farben
  • Die Herstellung der Pinsel oder Malmesser
  • Das Zeichnen, Skizzieren und die richtigen Perspektiven lernen
  • Das Übertragen von Skizzen auf den Malträger
  • Die richtige Pinselführung
  • Dazu kommen:

GEDULD

AUFMERKSAMKEIT

WISSBEGIERIGKEIT

VORSTELLUNGSKRAFT

  • Merke!

Jedes Bild besteht aus

LICHT und SCHATTEN

egal in welcher Farbe man es malt.

Heute kann man alles kaufen, jeder Hersteller hat andere Materialgrundlagen und Bezeichnungen für seine Produkte. Es ist schwierig, sich durch den Dschungel von Angeboten zu kämpfen, um das Richtige für seine Malerei zu finden.

Dennoch ist es wichtig, sich mit den Farben und ihrer Trocknungszeit, den richten Malgrund für welches Gemälde, den zugefügten Trocknungsbeschleunigern und der Haltbarkeit und Deckkraft  der Farben zu beschäftigen.

Das ist mühselig und erfordert viel Zeit und Geduld, auch wenn die heutigen Hilfsmittel und die fertige Farbe in den Tuben einen das Malen erleichtern.

Wir machen heute unzählige Fotos, welche wir als Vorlagen für unsere Gemälde verwenden. Ebenso kann man mit technischen Hilfsmitteln, wie einem Projektor, seine Vorlage auf jede beliebige Größe der Leinwand projizieren oder einfach das Dürer-Raster verwenden.

Heute muss alles schnell und billig sein.
Die billigsten Leinwände, die billigsten Farben und die billigsten Pinsel, dazu ein – zwei Mal in Windeseile über die Leinwand und fertig ist das Kunstwerk.
Und genau nach den Vorstellungen des Malers gelungen.
HURRA!!!!!!!

Die Realität sieht anders aus!

Da muss sich jeder selbst die Frage stellen:

Was weiß ich eigentlich über die Grundlagen der Ölmalerei?

Zur Ölmalerei in eigener Sache

Bitte beachten sie, dass ein Ölgemälde einen gewissen Zeitraum benötigt um zu trockenen.

Bei maschinell gefertigten Ölfarben und der Zugabe von Trocknungsbeschleunigern kann das zwischen einem halben und einem Jahr dauern.

Ich stelle meine Ölfarben selbst aus Naturpigmenten und reinen Ölen her. Das ergibt eine sehr hohe Qualität der Farben.

Nach dem langen Trockenen der Farben auf der Leinwand muss ein Firnis aufgetragen werden. Dieser dient zur Versiegelung des Bildes und zum Schutz der Farben, damit man lange Freude an einem Ölgemälde hat.

Danke

Was benötigt man für eine Liebhaberei wie die Ölmalerei?

Für ein Gemälde sollte man haben:

  • Staffeleien
  • einen Malträger, z.B. Leinwand
  • Grundierungen
  • Pinsel/Malmesser/Spachteln/Lappen
  • Palette
  • Ölfarben / Pigmente
  • Malmittel, wie z.B. Leinöl
  • Firnisse
  • Reinigungsmittel

Außerdem:

  • eine Familie und Freunde, die einen unterstützen
  • gute Mallehrer
  • liebe Malfreunde zum Gedankenaustausch
  • Zeit
  • Geduld
  • Reisefreudigkeit
  • strenge Kritiker

und die Liebe zur Malerei