Ölgemäldeskulpturen

Ölgemäldeskulpturen

Die Anfänge der Ölmalerei sind im 21. Jahrhundert angekommen!

Ganz am Anfang der Ölmalerei diente Holz als Malträger und nicht wie heutzutage eine Leinwand. Warum nicht wieder zu den Anfängen zurückkehren und ein Ölgemälde auf heimisches Holz bringen, mit selbst hergestellten Ölfarben aus reinen Naturpigmenten und Ölen.

Das neue Projekt steht unter dem Motto:
VOM BAUM ZUM BAUM – Der Wald ein Ölgemälde.
Ich habe euch ein paar Beispiele in meine Galerie gestellt. Jede Skulptur ist anders und jedes Ölgemälde ebenfalls. Einige Skulpturen sind mit Beleuchtung, andere mit Kugeln oder Glöckchen und einige sind klein und andere groß, stehen in Baumgruppen oder allein. So unterschiedlich wie die Bäume im Wald sind, so unterschiedlich jede Ölgemäldeskulptur und ein Ölgemälde bekommt einen anderen Blickwickel und wird zum Hingucker.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer Ideen

Eure Elfi

KÖNIG LUDWIG II.

König Ludwig II., König von Bayern mit Schloss Neuschwanstein

Ludwig II. , König von Bayern
Ludovicus II. , Bavariae REX.

Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Wittelsbach – König von Bayern

In diesem Jahr wäre der 175. Geburtstag von König Ludwig II. gewesen und nächstes Jahr ist sein 135. Todestag.

Umso mehr hat es mich gefreut, ein großes Gemälde von König Ludwig anfertigen zu dürfen. Das Gemälde misst 117 x 82 cm auf Leinen mit reinen Pigmenten und Ölen, die ich selbst hergestellt habe. Ich habe es im Stil von Franz Xaver Winterhalter gemalt, das Motiv Schloss Neuschwanstein und König Ludwig II. waren vorgegeben. So kam ich auf die Idee noch ein großes Portrait von Ludwig (100 x 100 cm) anzufertigen und hier seine Liebe zu Richard Wagner und dessen Opern musikalisch einzubringen mit Tristan und Isolde, Die Walküre, Der Ring des Nibelungen und Lohengrin.

Die Puzzleteile seines Lebens , Todes und Geistes werden wohl nie entschlüsselt .

König Ludwig II.
König Ludwig II.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer eigenen Ideen und Träume!

Eure Elfi

FRANZ XAVER WINTERHALTER

Duke and Duchess of Cambridge

Maler im Auftrag Ihrer Majestät

Franz Xaver Winterhalter ist ein vergessener deutscher Maler, jedenfalls in Deutschland. Wie sein drei Jahre jüngerer Bruder Hermann Fidel Winterhalter (ebenfalls Maler), wurde er in Menzenschwand im Schwarzwald als armer Bauernjunge am 20. April 1805 geboren. Als Hofmaler an den Kaiser- Königs und Fürstenhäusern in ganz Europa geschätzt und geehrt, starb er am 08. Juli 1873 in Frankreich als mehrfacher Millionär. Er wird in ganz Europa, heute noch, als vollendeter Hofmaler und Ausnahmetalent gefeiert. Die Mehrzahl seiner Gemälde befindet sich noch immer in Privatbesitz der Königs- und Fürstenhäuser Europas und der ganzen Welt.

Doch wie kam es dazu, dass ein armer Bauernjunge zu einem begehrten Portraitmaler werden konnte. Der Pfarrer und Lehrer, Berthold Liber, war Kunstliebhaber und entdeckte früh das zeichnerische Talent von Franz Xaver Winterhalter und wurde so zu seinem Förderer. Mit 13 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach Freiburg. Dort wurde er als graphischer Zeichner und Kupferstecher in einem Verlag ausgebildet. Sein Bruder Hermann folgte ihm nach. Franz Xaver bewarb sich an der Akademie in München und wurde angenommen. Nun fand er seine Berufung in der Ölmalerei. Mit kleinen Zeichnungen verdiente er sich sein Studium und so wurde der Großherzog von Baden auf ihn aufmerksam und unterstützte das Talent des jungen Malers großzügig. Anfangs zog es Franz Xaver Winterhalter nicht in die weite Welt. Nach ein paar Jahren finanzierte der Großherzog eine Studienreise über mehrere Jahre nach Italien. Seine Reisen führten ihn nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Neapel, Padua und Rom. Er studierte und kopierte die Meister der Renaissance.

Seine Portraits und Genreszenen sind einzigartig und er liebte es Frauen zu porträtieren. Während der Sitzungen erzählte er von der Heimat und den einfachen Leben im Schwarzwald. Das war für die Adligen eine willkommene Abwechslung. Trotz seines Erfolges blieb er sparsam, bescheiden und war mit seiner Malerei verheiratet, wie sein Bruder Hermann.

Ich würde euch, an dieser Stelle, gerne ein paar Gemälde von den Winterhalters zeigen, aber aus Urheberrechtlichen Gründen ist das nicht möglich. Wer Interesse hat, findet Beispiele im Internet und Literatur dazu. Ihr werdet euch wundern, welche Gemälde von Franz Xaver Winterhalter stammen.

Fangen wir mit einem sehr berühmten Gemälde an, das von der Kaiserin „SISI“ Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn. Von ihr fertigte er gleich mehrere Gemälde an, genau wie von ihrem Gatten, sowie Napoleon III. und Kaiserin Eugénie. In Frankreich verbrachte der Hofmaler viele seiner Lebensjahre. Im Zarenhaus war er ein ebenso beliebter Gast, wie in Belgien oder England. Er porträtierte die Kronprinzessin Victoria und später die Königin Victoria mit Prinzgemahl und Kindern. Diese Bilder befinden heute im Privatbesitz der Königin Elisabeth II. von England.  Franz Xaver Winterhalter war der Lieblingsmaler ihrer Majestät Königin Victoria und wurde von ihr liebevoll „Winterchen“ genannt. Und so schrieb sie bei seinem Tod; es sei nicht wiedergutzumachen. Seine Arbeiten aber werden in späterer Zeit mit denen von Van Dyck konkurrieren.
Seine großen Vorbilder waren Rubens und van Dyck. So hinterließ er bei seinem Tode ein Bild von Rubens, ein Werk von Van Dyck und ein riesiges Vermögen von mehr als 2,3 Millionen Gulden angelegt in amerikanischen, deutschen, französischen, italienischen, österreichischen und russischen Aktien, Obligationen und Pfandbriefen. Seinen Dorf Menzenschwand im Hochschwarzwald hinterließ Franz Xaver Winterhalter eine beträchtliche Summe, um die Kunst zu fördern.

Warum geriet FRANZ XAVER WINTERHALTER in Vergessenheit? Es wird geschrieben, dass man ihn nie als deutschen Maler gesehen hat, weil er in ganz Europa unterwegs war. Er hat keine Schule gegründet und namhafte Schüler ausgebildet. Aber ist das ein Grund, einen solchen Maler in Deutschland ins Abseits zu drängen und ihm nicht zu gedenken? In den anderen Ländern Europas wird er gefeiert und seine Bilder ausgestellt. Dort ist er nicht vergessen und wird heute noch als Malerfürst bezeichnet und verehrt!!!

Die Gemälde von Franz Xaver Winterhalter haben mich begeistert, obwohl ich bis jetzt nur eines im Original bewundern durfte. Was war sein Geheimnis in der Portraitmalerei? Wie war seine Herangehensweise und wie brachte er jede Person so detailgetreu auf die Leinwand?

Was nützen all die Fragen, wenn man es nicht ausprobiert! Den Versuch eine 1:1 Kopie anzufertigen wollte ich nicht. So habe ich mich für „die jungen Königskinder“ entschieden, the Duke and Duchess of Cambridge.
Franz Xaver Winterhalte fertigte viele Gemälde für die königliche Familie des Vereinigten Königreiches von Großbritannien. Ich habe mich für zwei Dreiviertel-Portraits der Königin Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha entschieden. Thüringen bleibt eben Thüringen, die Nähe zu Gotha und weil ich Schloss Friedenstein liebe, da fiel diese Entscheidung nicht schwer. Schwerer war es, geeignete Motive, also Aufnahmen von Catherine und William zu finden, die sich an die Vorgaben von Franz Xaver Winterhalter halten.

Was ist zu beachten im Bildaufbau?
1.            Position der Personen
2.            das Umfeld/der Raum, in dem sich die Personen befinden
3.            Welche Gegenstände, wie drücke ich den Stand aus

Mir ist aufgefallen, dass die Kaiser, Könige, Herzoge, Fürsten immer den Betrachter ansehen und die Gemahlin oder der Gemahl diese Person anschaut. Meistens säumt eine Säule für die Standfestigkeit und ein Vorhang die Personen im Bild ein. Dazu werden Unformen, Orden und Kronen für den Stand der porträtierten Personen mit in das Bild genommen und die Landschaften dürfen ebenso wenig fehlen.

2 Gemälde; auf dem linken Gemälde zu sehen ist Prinz Albert, der seinen Blick seiner Königin und Gemahlin zuwendet. Auf dem rechten Gemälde Queen Victoria, die den Betrachter direkt anschaut.
Das gilt es umzusetzen. Das Gemälde „Die königliche Familie“ von 1846 befindet sich im Buckingham Palace und zeigt ebenfalls wie die Königin den Betrachter anschaut und Prinz Albert sie anblickt.

Die Umsetzung:

2 Portraitkeilrahmen F25, Größe 65 x 81, aus Reinleinen
Pigmente aus Italien und den Niederlanden, sowie verschiedene Öle
Kreidegrund zum Grundieren
Motive zeichnen und auf die Leinwand übertragen

Hier ein paar Details von meinem ersten Versuch nach Winterhalter zu malen. Bildet euch selbst ein Urteil. Die Bilder sind noch nicht getrocknet, deshalb ist das Abfotografieren nicht leicht.

Linkes Bild: Herzogin Kate blickt ihren Mann an. Sie trägt eine Abendrobe mit Collier und Tiara. Im Hintergrund der Vorhang, ein leichtes Tuch über den Armen und die Landschaft, welche in das Bild des Herzogs von Cambridge übergeht. In dem Orden, den die Herzogin trägt, habe ich das Motiv von Franz Xaver Winterhalter, welches als Vorlage diente, gemalt, um den Bezug herzustellen.

Rechtes Bild: Der Herzog von Cambridge in Uniform. Er blickt den Betrachter an. Auf der rechten Seite des Gemäldes eine Säule für die Sandfestigkeit und Entschlossenheit. Hier habe ich nicht das Wappen der Familie Cambridge gemalt, sondern mich für das der königlichen Familienwappen entschieden und wieder das weite Land.

Mehr dazu in der Galerie!

Viel Spaß und Erfolg beim Malen wünsche ich euch!

Alte Maltechniken neu entdeckt!

Heute zeige ich euch etwas von den Anfängen der Malerei. Bevor die Ölmalerei, wie sie heutzutage zum Einsatz kommt, ihren Ursprung fand, wurde mit Eitempra gemalt. Die einzelnen Farbpigmente wurden mit Ölen, Wasser, Gummiarabikum und Ei gemischt. Diese Farbe wurde von Malern für ihre Gemälde genutzt. Der Einsatz ist sehr vielseitig, wie ich an ein paar Beispielen zeigen möchte.

Die einzelnen Eitemprafarben habe ich, wie meine Ölfarbe, aus Pigmenten selbst hergestellt und in kleine Näpfe gefüllt. Untergründe für die Bemalung mit Eitempra müssen vorbereitet werden und dafür gibt es die verschiedensten Methoden.

Diese werde ich euch kurz vorstellen!

Ich hoffe, ihr könnt an diesen Beispielen erkennen, dass die Ölmalerei ein sehr anspruchsvolles Handwerk ist, welches bereits viele hundert Jahre ausgeübt wird.

Hier könnt ihr die fertig hergestellte Eitemprafarbe sehen, mit der die Gesichter der kleinen Schneemänner gemalt werden.

Eitempra ist mit Wasser vermischbar.

Und ihr könnt das Endergebnis sehen. Die Weihnachtsbäume sind wie Gemälde mit Ölfarbe entstanden. (Siehe! Vom Weinachtsbild zum Weihnachtsbaum!)

Wohnen wie früher

Eine weitere Möglichkeit, ist das bemalen von Möbelstücken. Aus einem alten Bett entstehen zwei Sitzbänke. Dafür muss die alte Farbe der Betten aufgespalten werden, wenn man eine neue Farbschicht auftragen möchte. Das haben wir mit Hasenleim gemacht, welcher extra gekocht wurde. So erhalten die alten, bereits gestrichenen, und die neuen Holzelemente einen Untergrund, auf welchen selbst hergestelltes Kasein aufgetragen wurde. Das ist eine Quarkfarbe, die wir mit Pigmenten, dunklem Braun, vermischt haben. So benötigen sie nur einen Anstrich für den Untergrund mit Kasein und egal ob bereits gestrichen oder helles Holz, alles nimmt die Farbe gleich deckend an.

Diese Holzbänke haben eine Bemalung aus alten Vorlagen, sogenannten Hochzeitsbänken, erhalten. Nach dem Trocknen wurden sie mit Schellack, welchen wir ebenfalls selbst hergestellt haben, lackiert und poliert.  Noch ein paar Sitzkissen und Willkommen im 18. Jahrhundert.

Kinder, Kinder

Wie die Möbel, kann man auch Puppenmöbel herstellen. Hier wurde mit farbigen Kreidegrund auf dem Holz begonnen, mit Eitempra bemalt und mit Bienenwachs versiegelt.

Reisen wir noch weiter zurück in der Zeit der Malerei und begeben wir uns in das 16. Jahrhundert.

Hier wurden Kästchen bemalt, deren Malgrund aus Wismut bestand. Das Holz muss hierfür mehrmals mit Kreidegrund (diesen könnt ihr, wenn selbst hergestellt, auch für eure Leinwände verwenden) gestrichen. Dann wird mit einem Bindemittel das Wismut in Pulverform aufgetragen. Der anstrengendste Teil ist das Polieren der Metalllegierung mit Edelsteinen, sogenannten Achatsteinen. Dadurch erhält das Wismut einen Glanz und kann nun eine Lackschicht erhalten, auf welcher die Motive für das Bemalen aufgetragen werden.

Leider kann man Metallglanz 
durch ein Foto kaum erkennen.
Natürlich waren die früheren
Kästchen aufwändiger in ihrer
Form und Handhabung.
Das kommt zu einem
späteren Zeitpunkt.
Das ist nur ein Probe- und Musterstück.

Viel Spaß bei der Verwirklichung eurer Ideen!

Studienreisen, oder die Reisen in die Geschichte der Malerei

Für mich persönlich ist es immer wieder schön, an Orte zu Reisen, wo die Kunst und die Malerei wohnen.

Dieses Jahr habe ich, wie die Jahre zuvor, mehrere Studieneisen unternommen. Eine nach Augsburg an die Kunstakademie, eine nach Italien und nach Potsdam. Es ist nicht nur die Motivsuche für künftige Gemälde, sondern auch eine Zeitreise in die Malerei, Geschichte, Architektur und der Kunst von einst und heute. Sich mit Malern, Malerinnen und ihrer Malweise zu beschäftigen, die Gemälde anschauen, die Bücher zu studieren und das Ausprobieren der verschiedenen Maltechniken, wenn man wieder zu Hause ist. Und ein jedes Mal stellt man fest, wie wenig man eigentlich weiß und kann. Egal wie viele Bilder man gemalt hat und wie viele Maltechniken man ausprobiert hat.

In Augsburg habe ich ein Seminar bei Rupert Fegg besucht, an dem viele leidenschaftliche Künstler teilgenommen haben. Danke für die Einblicke in euer Schaffen und die schöne gemeinsame interessante Zeit.

In Brixen, Südtirol habe ich mich mit einem Sohn und großartigen Maler der Stadt Brixen beschäftigt, Johann Georg Grasmaier (1691 – 1751)
Seine Gemälde sind in der Hofburg ausgestellt und in fast allen Kirchen in Brixen und Umgebung hat er seine Spuren der Malerei hinterlassen. Mich fasziniert die Barockmalerei immer wieder. Wie einzigartig diese Form der Malerei doch ist. Alleine die Motive und die Größe der Gemälde, sei es auf Holz, Leinwand oder Putz, ist beeindruckend und erst die Ausführung – einfach einzigartig.

So lag es nahe, auch in Potsdam vorbeizuschauen und im Museum Barberini und die Bildergalerie im Schloss Sanssouci zu besuchen. Leitfaden hier waren die „Wege des Barock“. Wunderschöne Gemälde ziehen alle Blicke auf sich, auch die an den Wänden und Decken. Sanssouci wurde als Lustschloss im Stil des Rokokos gebaut und man wandelt auf den Spuren und den Visionen Karl des Großen.  Im Museum Barberini waren 54 großartige Meisterwerke, unter anderem von Caravaggio, zu bestaunen. Beeindruckend war ebenfalls die Ausstellung „Künstler aus der DDR“.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig eure Neugier wecken.

Eure Elfi

Leonardo da Vinci & Rembrandt van Rijn

In Gedenken an zwei große Meister,
Leonardo und Rembrandt

In diesem Jahr haben gleich zwei Jahrhundertmaler ihren Todestag.

Leonardo da Vinci (Maler, Forscher und Universalgenie),
1452 – 1519 hat seinen 500. Todestag und
der 350. Todestag ist es von Rembrandt Harmenszoon van Rijn
( Jahrhundertmaler ), 1606 – 1669 in diesem Jahr.
Jeder dieser zwei herausragenden Männer war seiner Zeit weit voraus und ein Genie seiner Kunst.

Leonardo hatte vielschichtige Interessen, die er konsequent verfolgte. Der große Meister wird auch als „Wanderer zwischen den Welten“ bezeichnet. Nicht alleine die Malerei beherrschte er, sondern er widmete sich dem Studium der Anatomie, Pflanzenkunde, Mathematik, Geologie und Hydraulik.
Seine Fantasie war grenzenlos und seine Pläne überragend.

Rembrandt machte seine Leinwände zur Bühne. Er malte wie kein anderer Portraits – ausdruckstark und realistisch. Von sich fertigte er circa 80 Selbstbildnisse an. Das Erste entstand wohl 1628 mit Anfang 20 und das letzte kurz vor seinem Tode. Er beherrschte sein Handwerk, die Malerei, wie keiner seiner Zeitgenossen.

Jedes Mal, wenn ich auf Reisen in Museen die Werke der beiden Künstler im Original betrachten darf, bin ich fasziniert. Welch eine fantastische Pinselführung und Farbgebung. Wenn ich nur einen Bruchteil davon könnte um es auf die Leinwand zu bringen! Aber nicht nur ich bin fasziniert von den Gemälden, alle anderen Besucher auch. Mit Ehrfurcht werden sie betrachtet, wie diese Männer malen konnten.

Als ich begonnen habe, meine Farben selbst herzustellen, habe ich mich an diesen Künstlern und ihrer Farbpalette orientiert. Die Zeit ist nicht stehen geblieben und die Malerei hat sich bis heute weiterentwickelt. Manchmal bin ich erschrocken über neuzeitliche Gemälde und über das, was heute als Kunst bezeichnet wird. Aber ein jeder hat einen anderen Blickwinkel auf die Kunst und was er schön findet und was nicht.

In Gedenken an zwei großartige Maler, richte ich meinen Blick in der Malerei zurück auf die großen Meister der Malerei ; ihr Wissen und Können. Gleichzeitig richte ich meinen Blick nach vorne, dass diese „realistische Form der Malerei“ nicht vergessen wird.

Eure Elfi

Grundlagen zur Herstellung von Ölfarben

Anreiben der Ölfarbe

Früher wurden die Farben selbst angerieben/hergestellt. Die Pigmente wurden mit Ölen, Harzen, Wachs und anderen Bindemitteln versetzt, um sie vermalbar zu machen.

Heute gibt es viele Hersteller von Ölfarben bei denen es große Qualitätsunterschiede gibt.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, meine Farben, auf alt herkömmliche Weise, selbst herzustellen. Die Ergebnisse sind einzigartig, weil die Farben eine hohe Qualität und Farbbrillanz ergeben.
Durch das Reiben in der Maschine besteht eine höhere Gefahr des späteren Durchwachsens und Reißens der Farbschichten im Bild. Das Selbstanreiben der Farben bietet die Möglichkeit, seiner Farbe die gewünschte Zusammensetzung zu geben und somit schädliche Beimengungen fern zu halten. Natürlich ist mit der Handreibung und allem, was dazu gehört, viel Mühe und Zeit verbunden. Weshalb es heute kaum noch vorgenommen wird.

Pigmente

Nicht alle Pigmente sind mit Öl vermischbar. Darauf sollte man achten.

Pigmente

Um Wunschfarben zu erhalten, können sie die verschiedenen Pigmente miteinander vermischen.

Pigmente vermischen
Zubehör zum Herstellen der Farben

Das können sie direkt auf der Reibepalette tun. Es kommt auf die Menge an, welche sie benötigen.

Anreiben von Farben
Anreiben von Farben
Pigmente
Farben herstellen

Vermischen sie das Farbpulver und das Öl zuerst mit einer Spachtel.

Nachdem die Farbe angeteigt ist, wird eine geringe Menge in kreisenden Bewegungen mit dem Glasläufer unter leichtem Druck verrieben. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Farbe genügend fein gerieben ist. Sie darf unter dem Läufer nicht mehr knirschen. Man gibt nach und nach nur so viel Öl hinzu, dass man eine gleichmäßige Paste erhält.

Tube für selbst hergestellte Farben

Die fertige Farbe kann man in Tuben füllen.

Fertige Farben nach Herstellung

Ich reibe meist nur kleine Mengen an, die ich gleich auf die Malpalette bringe und verwende.

Fangen sie immer mit der hellsten Farbe an, dann brauchen sie die Reibeplatten und Läufer nicht ständig zu reinigen. Sondern erst, wenn sie alle Farben hergestellt haben, die sie benötigen.
Verwenden sie kein altes und zähflüssiges Öl. Nur dünnflüssiges kaltgeschlagenes Öl kann viel Farbstoff aufnehmen. Durch die Wahl der Bindemittel, kann das verschieden schnelle Trocknen der Farbstoffe ausgeglichen werden. Meistens wird Leinöl verwendet. Mohnöl trocknet etwas schneller und gilbt nicht. Mit etwas Übung bekommt man die Mischungsverhältnisse heraus.

Bleihaltige Pigmente gibt es heute nicht mehr, nur Restauratoren von alten Gemälden dürfen sie verwenden. Aber dennoch kann der feine Staub von Pigmenten gesundheitsschädlich sein. Deshalb ist es ratsam einen Mundschutz und eine Schutzbrille zu tragen, wenn sie ihre Farben herstellen.

Nach der Herstellung der Farben, säubern sie ihr Zubehör sehr gründlich.

Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg

wünscht euch Elfi

Waid / Färberblau / Erfurtblau

Waid, oder Färberwaid war die wichtigste Färberpflanze des Mittelalters
Insatis tinctoria L.
Im englischen auch Indigo genannt
Indigo tinctoria L.

Uvatum – ist auch eine Bezeichnung für Waid

Die Pflanze

Die Pflanze hat gelbe Blüten, Stiel/Stängel und Blätter. In großen Mengen auf einem Feld angebaut, erinnert sie an blühende Raps- oder Senffelder.
Von der zweijährigen Pflanze wurden und werden die Blätter zur Gewinnung des blauen Färberstoffes verwendet. Die Aussaat ist Mitte März und die Ernte beginnt im Juni. In den südlichen Ländern ist die Aussaat im Herbst. Es konnte bis zu neun Mal geerntet werden. Nördlich der Alpen, wie hier in Deutschland, war die Ernte nur drei Mal möglich.

Die etwa 20 cm langen Blätter wurden abgelesen und in Waidmühlen gebracht. Dort wurden sie unter Zugabe von Wasser unter schweren Mühlsteinen zu einem Brei zerquetscht. Dieser Brei wurde in handgroße Kugeln geformt und getrocknet. Diese nannte man Waidkugeln, Kugelwaid, Blaukörner oder Waidballen. Um die Färberfarbe zu erhalten, waren mehrere Stufen der Gärung notwendig. Zum Färben musste eine Gärungsküpe angesetzt werden. Die Waidkugeln wurden auf den Boden ausgebreitet und mit Wasser und Urin eine Gärung in Gang gesetzt, welche sich erwärmte und Wasserdampf und Ammoniak-Gas entwickelte. Diese Masse wurde von Waidbereitern mehrmals gewendet. War die Gärung besonders gut, bildeten sich kleine Röllchen, wenn man das Waid zwischen den Fingern zerrieb.

Nach weiteren 6 -8 Wochen wurde das gesiebte Waid in Fässer gefüllt, gelagert und an die Waidfärber verkauft.

Blau wurden die gefärbten Stoffe oder die Wolle nicht im Färberbad, sondern erst an der Luft. Mit Sauerstoff in Verbindung kommt das typische BLAU der Waidfarbe zum Vorschein. Je öfter man den Vorgang wiederholte, umso intensiver das Blau.

Der blaue Schaum der Gärungsküpe, auch Waidküpe oder Waidblume genannt, wurde abgeschöpft und an die Maler als Blaupigment verkauft.

Geschichtliches zu Waid

Berichten nach wurde Waid bereits zu Cäsars Zeiten angebaut und verwendet.
Als sich das Römische Reich nach England ausbreitete, wurden die Gewänder der Soldaten blau gefärbt, um noch furchterregender auszusehen.

Vom frühen Mittelalter bis zum 19.Jh. wurde Waid in Europa angebaut. Wobei im 17.Jh. bereits der Niedergang des Waidanbaus begann und nicht mehr aufzuhalten war.

Anfang des 14.Jh. gab es große Waidfelder und Plantagen. Es entwickelte sich ein Handwerk und ein Handel, welche unzähligen Gilden hervorbrachte.

Viele Städte erlangten so großen Reichtum. Hier in Thüringen ist der bekannteste Ort ERFURT. Aber auch in Arnstadt, Gotha, Langensalza und Tennstedt wurde Waid angebaut.

In Italien, Spanien, Polen, Böhmen, England und Frankreich blühte der Waidhandel.

Später, nach der Entdeckung Indiens, wurde indisches Indigo importiert.
Alle staatlichen Dekrete und Einfuhrverbote, Todesstrafen – wer mit indischen Indigo handelte, halfen nicht, den Niedergang des Waidanbaus und Waidhandels in Europa zu verhindern.

Indisches Indigo war billiger und hat eine 175-fache höhere Färbekraft als Waid.

Waidblau / Erfurtblau

Bleiben wir in der Landeshauptstadt von Thüringen – ERFURT

Waidblau wird auch heute noch als Erfurtblau bezeichnet.

Auf der weltberühmten Krämerbrücke in Erfurt können sie Waid, den berühmten blauen Farbstoff kaufen. Viele Läden in Erfurt bieten ihnen Erfurtblau – Souvenirs und Alltagsgegenstände an.

Heute gibt es in Erfurt die Galerie Waidspeicher und das Angermuseum, welche an die Zeit des Waidanbaus erinnern.

Wie muss es früher dort gewesen sein, auf dem heuten Anger, damals Waidanger, wo die Waidkugeln vor sich hin goren mit Urin feucht gehalten und stets und ständig gewendet wurden!?
Was für ein Gestank muss das gewesen sein!?
Heute schlendert man die Straßen entlang zum Anger und bewundert die herrlich restaurierten Fassaden der Häuser und Villen, welchen der damalige Reichtum wieder anzusehen ist.

Malen mit Waidblau

Aus dem Blau – Pigment wird mit Ölen – Ölfarbe hergestellt. Um eine blaue Farbe intensiv und lange in ihrer Leuchtkraft zu erhalten, ist es ratsam, Öle zu verwenden, welche nicht gilben.

Waidblau ist eine lasierende Farbe. Ich verwende sie gerne um –Transparenzen- zu malen.

In meinen Gemälden „Das letzte Abendmahl“, „Die Sixtinische Madonna“ und anderen Bildern habe ich diese Farbe großzügig verwendet. Man kann dieses Blau sehr gut mit anderen Pigmenten mischen und erhält so die schönsten Farben mit hoher, langer Leuchtkraft.